Proteste gegen französisches Atommüllendlager
In Frankreich musste heute Abend eine öffentliche Anhörung zum Bau eines Endlagers für hoch radioaktiven Atommüll nach lautstarken Protesten abgebrochen werden. Die Planung für den Standort nahe dem lothringischen Bure, knapp 150 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt, schreiten allerdings voran.
Nach dem aktuellen Konzept will die Gesellschaft für Atommüll (ANDRA) 2015 einen Genehmigungsantrag für den Bau des Tiefenlagers stellen. Dieser soll 2018 beginnen, von 2025 an soll Atommüll eingelagert werden. In Frankreich gibt es mehr als 50 Atomkraftwerke, in denen rund drei Viertel des im Land verbrauchten Stroms produziert werden.
Zweifel an Sicherheit des Lagers
Die Organisation Bure Zone Libre widersprach der Einschätzung von ANDRA, dass die geplante Anlage sicher sei. Auch das Nachbarland Luxemburg und das deutsche Bundesland Rheinland-Pfalz haben starke Bedenken gegen das geplante Endlager. Seit dem Jahr 2000 untersucht ANDRA in der Nähe von Bure die Eignung der dortigen Tonschichten für die Einlagerung von Atommüll. Bure war in den 1990er Jahren als einziger von zunächst vier möglichen Standorten für ein solches Atomendlager übriggeblieben. ANDRA betreibt dort in 500 Meter Tiefe ein Forschungslabor.
